Handwerksbüro
Stundenverrechnungssatz: warum die verfügbaren Stunden den Unterschied machen
Der Stundenlohn eines Mitarbeitenden ist nicht automatisch der Preis einer verkauften Arbeitsstunde. Ein Betrieb trägt weitere Kosten und kann nicht jede verfügbare Stunde einem Kunden berechnen. Für eine nachvollziehbare Kalkulation müssen Kosten und verrechenbare Kapazität deshalb dieselbe Betrachtungsperiode haben.
Den Nenner bewusst wählen
Beginne mit einer realistischen Schätzung der Stunden, die du tatsächlich verkaufen kannst. Urlaub, interne Organisation oder andere nicht verrechenbare Abschnitte beeinflussen diese Kapazität. Welche Kosten in euren Ansatz gehören und wie Tätigkeiten zugeordnet werden, stimmt ihr mit der betriebswirtschaftlichen Beratung ab. Die Handwerkskammer Dortmund erläutert dazu Grundlagen im verlinkten Controlling-Leitfaden. Ein fremder Marktpreis ersetzt eure eigene Betrachtung nicht.
Beispiel statt allgemeiner Preisempfehlung
Angenommen, ein vereinfachter Kostenblock von 60.000 Euro soll durch 1.200 verrechenbare Stunden getragen werden. Das ergibt 50 Euro je Stunde für diesen Kostenblock. Sind nur 1.000 Stunden realistisch, werden daraus 60 Euro. Das Beispiel enthält keine vollständige Unternehmensplanung und keine Empfehlung für deinen Verkaufspreis. Es zeigt allein, wie stark eine zu optimistische Stundenannahme den berechneten Wert verändert.
Kalkulation mit echten Zeiten nachführen
Vergleiche regelmäßig die angenommene Kapazität mit euren tatsächlich erfassten und zugeordneten Stunden. Wenn Materialfahrten oder Nacharbeiten zunehmen, ist nicht zwingend der Lohn falsch kalkuliert; vielleicht passt der Ablauf nicht. Ändere die Planung begründet und dokumentiere den betrachteten Zeitraum. Für ein Angebot kommen außerdem dessen konkrete Risiken, Umfang und eure Preisentscheidung hinzu. Halte internen Kostensatz und angebotenen Preis getrennt sichtbar.
Checkliste für den Betrieb
- Kosten und Kapazität auf denselben Zeitraum beziehen.
- Verrechenbare Stunden realistisch statt optimistisch schätzen.
- Rechenannahmen mit betriebswirtschaftlicher Beratung prüfen.
- Internen Kostensatz nicht mit dem Verkaufspreis verwechseln.