Handwerksbüro
Nachkalkulation im Handwerk: aus der Abweichung die richtige Frage ableiten
Ein Auftrag ist nicht allein deshalb gut gelaufen, weil die Rechnung bezahlt wurde. Für das nächste Angebot ist wichtig, ob die angenommenen Stunden und Materialien zur Ausführung gepasst haben. Eine kleine Nachkalkulation macht Unterschiede sichtbar, bevor die Erinnerung verblasst.
Gleiche Grundlagen vergleichen
Vergleiche nicht geplante Montagezeit mit sämtlichen Stunden einschließlich Werkstatt, Fahrt und Zusatzarbeiten, wenn diese im Plan anders berücksichtigt waren. Lege die Grenzen des Vergleichs fest und führe genehmigte Änderungen separat. Bei Material zählt die tatsächlich für das Projekt verwendete Menge; ein kompletter Einkaufsbeleg kann auch Vorrat für andere Baustellen enthalten. Nicht jede Abweichung ist deshalb ein Ausführungsfehler.
Ein einfaches Rechenbeispiel
Geplant waren 40 Stunden, tatsächlich wurden 46 benötigt. Das sind sechs Stunden beziehungsweise 15 Prozent mehr Zeit. Mit einem nur beispielhaften internen Kostensatz von 35 Euro je Stunde ergeben sich 210 Euro zusätzliche Zeitkosten. Dieser Wert ist weder ein Verkaufspreis noch automatisch ein Verlust. Für das Gesamtergebnis fehlen unter anderem Material, weitere Kosten und die vereinbarte Vergütung.
Eine Maßnahme statt einer Schuldfrage
Besprecht, was die sechs Stunden erklärt: falsche Menge, schwieriger Zugang, zusätzliche Arbeit oder fehlende Vorbereitung? Ordne den Befund einer konkreten nächsten Maßnahme zu. Vielleicht braucht das Leistungsset einen anderen Zeitansatz oder die Besichtigung eine zusätzliche Frage. Bewahre die ursprüngliche Planung auf. Wenn sie nachträglich auf das Ergebnis geändert wird, verschwindet genau die Information, aus der ihr lernen wolltet.
Checkliste für den Betrieb
- Vergleichsumfang und Kostengrundlage vor der Auswertung klären.
- Zusatzarbeiten und Lagerkäufe richtig abgrenzen.
- Zeitabweichung in Stunden und Prozent berechnen.
- Eine konkrete Verbesserung fürs nächste Angebot festhalten.